Angeltour nach Arviksand

>>Ein Reisebericht von Dörte Adamschak

Am 17.04.2010, um 4.00 Uhr begann in Röbel meine erste Angelreise mit meinem Vater, Wolfgang Kretzschmar, Bernd, Benno, Gilbert und Toni nach Nordnorwegen. In Rostock fuhren wir mit der Fähre nach Dänemark.
Durchquerten Dänemark und setzten von Helsingör nach Helsingborg weiter mit der Fähre über.
Ein Stück über Stockholm war die erste Übernachtung. Am nächsten Morgen brachen wir gegen 6.00 Uhr auf zum nächsten Ziel „der Polarkreis“, wo die Polartaufe auf mich wartete. Am Abend angekommen in Munio ( letzte Übernachtung) freuten wir uns alle auf die traditionelle Rentierpizza. Nach einem guten Lachsfrühstück, mit dem unsere Vermieterin uns verwöhnte, nahmen wir den letzten Abschnitt bis zu unserem Ziel, die Insel Arnoja, in Angriff.
Die Vegetation veränderte sich deutlich in den 3 Tagen durch Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen. Die Bäume und Sträucher wurden kleiner und viel weniger. Wir sahen sehr viele vereiste Flüsse und Seen, wo wir einige Eisangler entdeckten. Riesige Herden von Rentieren versperrten uns öfter den Weg. Die letzten Kilometer in Norwegen durchquerten wir mit sehr abwechslungsreichem Wetter, von blauem Himmel bis zum starken Schneesturm.
Das gemietete Haus liegt sehr idyllisch, eingebettet von den Bergen, im Ort Arviksand, welches wir am frühen Abend erreichten. Nach dem Versorgen unseres Gepäck´s, bereiteten wir die Erste Angelausfahrt vor. Ruten und Rollen wurden zusammengebaut.
Am nächsten Morgen gegen 10.00 Uhr waren wir Startklar für die Ausfahrt, doch es war ein starker Schneesturm, den wir erst abwarten mussten. Ab 14.00 Uhr besserte sich das Wetter und wir konnten mit unseren 30-40 PS Booten die ersten Stellen ergründen.
Bernd, Gilbert und Benno hatten Dorsche bis zu 18 Pfd. Die geangelten Lumben ( so nennt sich der Fisch) wurden zum Räuchern vorbereitet, welche wir am nächsten Tag frisch geräuchert, um den Ofen sitzend, zum Mittag aßen. Gut gestärkt begann die zweite Angeltour gegen 15.00 Uhr. Nach ein paar Versuchen hielten wir an einer bekannten Stelle, suchten uns eine gute Drift. Da „ein Schrei“ aus dem anderen Boot von Toni, Gilbert und Benno. Was wir aber nicht deuten konnten, da sie zu weit weg waren.
Ich entschied mich heute für die leichte Rute mit 160 gr., Stationärrolle und 250 gr. Svenskepilk aus Edelstahl. Über die Drift treibend hatten wir einige kleine Dorsche die zurückgesetzt wurden. Da ein super Biss, die Schnur wird von meiner Rolle gezogen, ich hielt gegen, die Rute biegt sich und der Fisch ruckt gleichmäßig, als würde er immer nicken. Die Bremse meiner Rolle war perfekt eingestellt. Stück für Stück holte ich ihn rein. Es war ein großer Dorsch. Ich wartete gespannt auf die Waage im Hafen. Unser zweites Boot kam zu uns ran und zeigte ihren Erfolg des Tages und nun war uns klar was der Schrei bedeutete, ein riesengroßer Heilbutt.

Im Hafen kam endlich die Waage zu Einsatz, mein Dorsch hatte 28 Pfd. Für den Heilbutt mussten wir erstmal eine größere Waage organisieren. Er hatte sagenhafte 94 Pfd. und wurde aus 30 m Tiefe gelandet. Der Heilbutt konnte erst beim zweiten Versuch professionell, von Gilbert harpuniert werden. Der Fisch hielt den Fender ( 30 cm ) von der Harpune einige Minuten unter Wasser.
In den nächsten Tagen nahmen wir nur noch Dorsche ab 70 cm mit und angelten viele, schöne Steinbeißer. Alle auf den berühmten Svenskepilker mit perfekter Größe von 250 gr.
Gilbert hatte das Glück, am letzten Angeltag noch einen Dorsch von 38 Pfd. zu fangen. Auch auf große Rotbarsche versuchten wir uns, doch ohne Erfolg. Aber in 125 m Tiefe hatte ich noch einen super Biss, dass sich die Rute bis ins Wasser, fast ans Boot bog. Der Fisch ( vermutlich ein Heilbutt) nahm unheimlich viel Schnur, doch dann kam der Schnurbruch den ich schon befürchtete.
Gesehen hätte ich den Fisch gerne, doch auch mit einer stärkeren Rute und Schnur wäre die Chance aus 100 m Tiefe, den Fisch zu landen, sehr gering.
Nach sechs schönen Angeltagen traten wir wieder im Schneesturm den Rückweg an.
Dörte Adamschak